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Titel
„Es geht nicht mehr um das Warum, sondern nur noch um das Wie“Manuela Michalski baut als Personalleiterin beim Kunststoffanlagenbau Inbatec GmbH in Hagen eine moderne Personalabteilung auf.
Teaser

Man kann über alles reden – das findet auch Manuela Michalski. Allerdings diskutiert sie nicht mehr über Maßnahmen, die schon vor 20 Jahren für sinnvoll befunden wurden – z. B. in der Frauenförderung.

Praxisbeispiel

Ausgangspunkt

Manuela Michalski kommt mit umfangreicher Berufserfahrung zur Inbatec. Zunächst studiert sie Englisch, Amerikanistik und Politik auf Magister und volontiert im Bereich Pressearbeit. Aber schon früh ist klar, dass das nicht „ihr Ding“ ist: „Ich habe mich immer für Zusammenhänge in Unternehmen interessiert. Wie funktioniert ein Unternehmen? Von A bis Z, von der Reinigungskraft bis zum Geschäftsführer?“

Parallel zum ersten Job studiert sie Arbeitswissenschaften; Jahre später wird sie Betriebswirtin. Während ihrer Berufstätigkeit in verschiedenen Unternehmen wächst das Bedürfnis, noch einmal etwas Neues anzufangen, ohne in alten patriarchalen Strukturen festzustecken.

Hintergrund

 

Werdegang

Erste Führungserfahrungen sammelt Manuela Michalski bei einem kommunalen Arbeitgeber. Durch eine interne Umstrukturierung wird sie „über Nacht“ zur stellvertretenden Leitung im Servicemanagement mit Mitarbeiterverantwortung. Schnell zeigt sich, dass Frauen anders beurteilt werden als Männer: „Wenn ich Themen durchgesetzt habe, die ich auch wollte, dann ist man als Frau sofort Zicke oder hat einen schlechten Tag. Bei Männern spricht man von Härte und Konsequenz.“ Gleichzeitig merkt sie an, dass Frauen ohne eine gewisse Härte in der Führungsposition nicht weiterkommen: „Das finde ich so schade, dass die, die einfach normal machen wollen, Führung als schöne Aufgabe gesehen haben, schon ein bisschen auf der Strecke bleiben.“

In die Personalarbeit wächst sie allmählich hinein – mit Hochs und Tiefs: „Ich hatte nicht nur das Gefühl, ich habe immer mehr geleistet als meine Kollegen, ich musste mich auch durchbeißen in einer Männerdomäne.“

In ihrer heutigen Verantwortung der Personalleitung bringt Manuela Michalski ihr enormes Wissen und ihre klare Vorstellung der Personal- und Organisationsentwicklung ein. Gemeinsam mit dem Management steuert sie federführend die Agenda der Unternehmensneuausrichtung.

Inbatec ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Der Wandel der Organisationsstrukturen gestaltet sich langsamer und schwieriger als gewünscht. Im Gegensatz zu früher gibt es jetzt geregelte Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Michalski: „Diese Umstellung erfordert Zeit. Sich zu finden, eine Einheit zu werden, ein Leitbild zu formulieren sowie ein Organigramm aufzusetzen. Und die Verantwortlichen müssen die Belegschaft mitnehmen, damit Wandel und Wachstum gelebt werden kann.“

Wirkung

 

Anspruch an die eigene Führung

Führung bedeutet für Michalski, Ideen aus der unternehmerischen Perspektive eine Struktur zu geben und möglich zu machen, diese zu lenken. Dabei setzt sie auf Transparenz und Information. Über den Sinn mancher Maßnahmen mag Michalski aber nicht mehr diskutieren: „Unternehmen müssen zu der Erkenntnis gelangen, dass sie nicht einerseits Fachkräftemangel beklagen, aber trotzdem noch wie in den Achtzigern vorgehen können. Arbeitszeitmodelle sind wichtig, mehr Flexibilität, digitale Arbeitsplätze, Homeoffice.“

In ihrer Position setzt sie auf Konsequenz, aber nicht auf Härte. Dennoch müsse man insbesondere als Frau lernen, Haltung zu zeigen: „Vom Typ her schlafe ich gerne ein- bis zweimal über Dinge. Aber es gibt in meinem Arbeitsalltag auch Situationen, wo ich auch mal ‚aus der Hüfte schießen muss‘, wo ich sage, da kann ich nicht nochmal drüber schlafen, das muss jetzt gemacht werden.“

Manuela Michalski möchte die Inhalte der Personalverantwortung in ihrem Sinne weiterbringen: „Ich denke und arbeite perspektivisch und strategisch – nur so bringt es uns in unseren Zielen langfristig weiter." In ihrem Arbeitsbereich setzt sie auf ein interdisziplinäres Team und gut eingewiesene Fachkräfte: „Ich möchte die Mitarbeitenden nicht klein, nicht dumm und nicht arm haben. Sie sollen ohne mich laufen können. Dabei gebe ich zielführende Impulse. Mein Wunsch ist, dass ich nur noch einmal in der Woche hingehe und frage ‚Na, läufts?‘, und zur Antwort zu bekomme: ‚Läuft‘.“

Menschen sind ihr wichtig – gerade auch, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen: „Mir ist es wichtig, auf die Menschen einzugehen, nicht nur situativ, sondern individuell. Da habe ich sicher auch meine Grenzen, weil ich meine eigene Lebenslandkarte habe. Aber das versuche ich einfach, um uns allen gleichermaßen die Chance der Weiterentwicklung zu geben.“ Dazu gehöre auch, die leiseren Beschäftigten im Unternehmen zu hören, mit ihnen zu sprechen und sie Verantwortung übernehmen zu lassen.

Ausblick

 

Ressourcen

Manuela Michalski nutzt Netzwerke, um den eigenen Blick zu erweitern und Expertenwissen einzuholen. Privat tauscht sie sich mit einer Freundin aus, die im gleichen Bereich tätig ist. Beruflich profitiert sie von der Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband: „Das ist schon eine ganz gute Sache für kleine Mittelständler. Gerade im Rechtsbereich. Wenn ich mich dann mit jemandem hinsetzte, der Experte ist, denke ich: ‚Wow, was hat es denn da wieder für eine Entwicklung gegeben?‘“

Stimmen aus dem Unternehmen

 

Hinweise für andere Frauen

Tipps für angehende Führungsfrauen will Manuela Michalski nicht geben. Nicht unterkriegen lassen, ist ihre Devise. Und Streitkultur entwickeln, nicht nachtragend sein. Wichtig sei es, Erfahrung zu gewinnen, zu realisieren, wo die eigenen Grenzen sind. Aber sich immer bewusst zu sein, dass man es schaffen kann. Den Frauen empfiehlt sie, solidarischer miteinander umzugehen: „Ich habe das Gefühl, dass diese Ellenbogenmentalität in der Gesellschaft zunimmt und bei Frauen leider nicht zu der Erkenntnis geführt hat, dass man solidarisch letztendlich mehr erreichen kann. Da waren wir schon irgendwo mal weiter.“

Firma
Inbatec GmbH
Branche
Industrie
Produkte
Dienstleistung
Standort
Hagen
Gründungsjahr
2001
Beschäftigtenzahl
100-149
Frauenanteil
13
Unternehmen

Als Partner der Batteriehersteller projektiert und fertigt die Inbatec GmbH Anlagen für die Formation von Blei-Säure-Batterien für Automotive- und Industrie-Anwendungen – nach höchsten Qualitätsanforderungen. Zu den Kennzeichen der Anlagen gehört neben der hohen Produktivität und der reproduzierbaren Qualität des fertigen Produkts auch ein hohes Maß an Flexibilität und Funktionalität, die eine schnelle Anpassung an geänderte Produktanforderungen erlauben.

Ansprechperson

Inbatec GmbH
Manuela Michalski
Konrad-Adenauer-Ring 40
58135 Hagen
Tel.: 0 2331 39650-0
info@inbatec.de