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Volle Ausbildung bei reduzierter ArbeitszeitIT Südwestfalen in Lüdenscheid bildet Kauffrau für Büromanagement in Teilzeit aus
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Die Argumente für eine Ausbildung in Teilzeit sind bekannt: Wer Eltern einstellt, die in Vollzeit keine Chance hätten, ihre Ausbildung mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren, hat einen echten Mehrwert. Im Gegenzug erhält das Unternehmen nämlich Mitarbeitende mit Lebenserfahrung und Verantwortungsbewusstsein, die sich engagiert im Arbeitsalltag einbringen. Dass das die kürzeren Einsatzzeiten mehr als aufwiegt, erfährt zurzeit auch die IT Südwestfalen AG in Lüdenscheid, die eine junge Mutter zur Kauffrau für Büromanagement ausbildet und dabei von ihrer hohen Motivation und Persönlichkeit profitiert.

Praxisbeispiel

Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in Teilzeit

Die wöchentliche Arbeitszeit der Mutter von zwei kleinen Kindern beträgt 30 Stunden. Da Nicole Gebauer bereits eine andere kaufmännische Ausbildung vorweisen konnte, hat man sich außerdem darauf geeinigt, dass für sie die Ausbildungsdauer bei dem Lüdenscheider IT-Anbieter von den üblichen drei Jahren auf zweieinhalb Jahre verkürzt wird. Inhaltlich allerdings wird die Ausbildung in vollem Umfang absolviert.

Für die IT Südwestfalen AG ist die Beschäftigung einer Teilzeit-Auszubildenden im Grunde mit keinem besonderen Aufwand verbunden. Auch Nachteile sieht das Unternehmen keine. Im Gegenteil, die Regelung hat sogar Vorteile, weil man auf diese Weise von einer verantwortungsbewussten, motivierten und „sorglosen“ Mitarbeiterin profitiert, die aufgrund des zeitlichen Entgegenkommens in der Lage ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Man könnte es lediglich als zusätzlichen finanziellen Aufwand bezeichnen, dass das Unternehmen seiner Auszubildenden die reguläre Ausbildungsvergütung zahlt, obwohl diese dem Arbeitsumfang entsprechend gekürzt werden dürfte.

Hintergrund

Bereits im Jahre 2005 hatte die IT Südwestfalen AG eine Teilzeit-Auszubildende. Diese Mitarbeiterin ist nach wie vor im Unternehmen tätig und war nach der Ausbildung zeitweise sogar in Vollzeit angestellt. Inzwischen hat sie ein weiteres Kind bekommen und arbeitet nun nach der Elternzeit wieder in Teilzeit. Dass die IT Südwestfalen AG erneut eine Teilzeit-Auszubildende beschäftigt, hat sich eher zufällig ergeben. Denn eigentlich war die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in Vollzeit ausgeschrieben und Nicole Gebauer hatte sich mit der Absicht auf diese Stelle beworben, die Ausbildung auch in vollem Umfang zu absolvieren. Im Vorstellungsgespräch kam dann ihre familiäre Situation zur Sprache, und man bot ihr die Teilzeit-Lösung an, die sie gerne annahm. „Ohne die familienfreundlichen Strukturen bei IT Südwestfalen könnte ich nun nicht Mutter und Auszubildende sein“, so Gebauer heute. Und diese Strukturen bei der IT Südwestfalen AG sind auch bereits seit 2015 mit dem Prädikat Familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung gab es keine. Tatsächlich, so Vorstandsvorsitzender Jens Braeuker, sei die Zusammenarbeit mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) sehr unkompliziert und entgegenkommend gewesen. Diese habe der IT Südwestfalen AG keine Steine in den Weg gelegt, sodass das gesamte Vorhaben problemlos und zügig umgesetzt werden konnte.

Wirkung

Anfang 2017 kam die IT Südwestfalen AG ihrer Teilzeit-Auszubildenden nochmals entgegen: Weil sich die Betreuungssituation der Kinder geändert hatte, sah sich Nicole Gebauer eigentlich gezwungen zu kündigen. Das Unternehmen mochte sie aber als wertvolle Mitarbeiterin nicht verlieren, und so schlug Jens Braeuker vor, ihre Arbeitszeit erneut zu reduzieren. Nun arbeitet Nicole Gebauer 20 Stunden pro Woche, was die Gesamtdauer der Ausbildung eigentlich um ein Jahr verlängern würde. Da sie jedoch bereits ein Jahr lang einen Umfang von 30 Wochenstunden geleistet hat, hat man sich mit der SIHK darauf geeinigt, dass lediglich das halbe Jahr, das zu Beginn der Ausbildung erlassen wurde, wieder angehängt wird. Insgesamt beträgt die Ausbildungszeit nun drei Jahre. Aber das ist, verglichen mit einem möglichen Abbruch der Ausbildung, ein „kleiner Preis“ und beide Seiten profitieren von dieser Lösung.

Ausblick

Die IT Südwestfalen AG hat bislang überhaupt keine nachteiligen Erfahrungen mit diesem Arbeitszeitmodell gemacht. Das Unternehmen kann sich daher sehr gut vorstellen, auch in Zukunft junge Menschen mit familiären Verpflichtungen als Teilzeit-Auszubildende einzustellen und sie so auf ihrem Berufsweg zu unterstützen.

Stimmen aus dem Unternehmen

„Die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung hilft mir wirklich sehr, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Ich wusste vorher gar nicht, dass es überhaupt ein solches Ausbildungsmodell gibt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass dieser Impuls vom Unternehmen kam.“ Nicole Gebauer

Stand: August 2017

Firma
IT Südwestfalen AG
Branche
Dienstleistung
Produkte
IT, EDV
Standort
Lüdenscheid
Gründungsjahr
2000
Beschäftigtenzahl
26-49
Frauenanteil
15%
Unternehmen

Im Jahre 2000 gründete Jens Braeuker das Unternehmen als it-consulting, die sich über die Jahre hinweg als eines der größten IT-Systemhäuser in der Region erfolgreich etabliert und stark vergrößert hat. Neben der Konzeption und Wartung von Netzwerken zählen auch Hosting- und Cloud-Lösungen zu dem Angebot der AG.

Ansprechperson

IT Südwestfalen AG
Jens Braeuker, Vorstandsvorsitzender
Kalver Straße 23
58515 Lüdenscheid
Tel. 0 23 51 / 67 25 73 00
info@it-swf.de
www.it-swf.de

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